REGELN UND VERBINDLICHKEIT IM STUDIUM – WAS BEWIRKEN SIE?
(FORSCHUNGSGRUPPE REGELWERK),
Die Forschungsgruppe RegelWerk bringt breite disziplinäre Expertise aus der Ökonomie, Soziologie, Politikwissenschaft und Informatik ein, um Bedingungsfaktoren für Studienerfolg auf der Ebene der Gestaltung der institutionellen Rahmenbedingungen für ein Studium, wie sie durch Zulassungskriterien sowie Regeln der Studien- und Prüfungsordnungen definiert werden, besser zu verstehen und daraus Handlungsempfehlungen für die Hochschulpolitik abzuleiten. Im Rahmen der weitgehenden Hochschulautonomie in Deutschland können Hochschulen durch Gestaltung der Regelungen die Verbindlichkeit des Studiums steuern (Hönnige et al., 2024). Dazu haben Sie grundsätzlich drei Möglichkeiten: (1) Durch Zulassungskriterien. (2) Durch Beratungsangebote, ob z.B. nur eine allgemeine Studienberatung angeboten wird oder spezifisch für Gruppen mit besonderem Beratungsbedarf. (3) Durch Prüfungsregeln, beispielsweise eine Vorgabe von Mindestleistungspunkten, Zahl von Prüfungsversuchen und An- und Abmeldemodalitäten zu Prüfungen.
Die leitenden Forschungsfragen von RegelWerk sind: Welche konkreten Regelungen tragen zu mehr Verbindlichkeit im Studium bei? Wie beeinflusst die Verbindlichkeit der Zulassungs-, Beratungs- und Prüfungsregeln den Studienerfolg?
Zur empirischen Beantwortung dieser Fragestellungen sind Daten zu den Auswahlverfahren und den Beratungs- und Prüfungsregeln im Studium auf Ebene der Hochschulen und der Studiengänge sowie Individualdaten auf Ebene der Bewerber*innen/Studierenden erforderlich. RegelWerk wird auf unterschiedliche Datenquellen zurückgreifen und diese miteinander verbinden. Eine erste Datenquelle sind Informationen der Stiftung für Hochschulzulassung. Im Auftrag der Bundesländer werden hier zentral die Studienplätze für die bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie vergeben. Außerdem wird im Auftrag der Hochschulen auch die Vergabe von über 1.700 örtlich zulassungsbeschränkten sowie zulassungsfreien Studiengängen an 160 Hochschul-Standorten koordiniert. Eine zweite Informationsquelle sind die Prüfungsordnungen, die durch auf maschinellem Lernen basierenden Textanalysen ausgewertet werden. Drittens werden Informationen zu den Regeln im Studium durch einen Survey an den Fachbereichen erfasst. Die Daten zu Zulassungs- und Studienregeln werden aufbereitet und für die Analysen mit anderen Datenquellen zu den verschiedenen Phasen des Studiums verknüpft. Der so entstandene Datensatz wird dann unter verschiedenen Fragestellungen ausgewertet.
Das Teilvorhaben RegelWerk@LUH („Analyse von Beratungs- und Prüfungsregeln und ihre Wirkung auf den Studieneingang, -verlauf und -ausgang“) hat als zentrale Aufgaben:
(1) Die Erfassung und Auswertung der Beratungs- und Prüfungsregeln mittels eines Index of Commitment basierend auf den Prüfungsordnungen.
(2) Die Erfassung der Einstellung von Studierenden gegenüber den Regelungen.
(3) Die Analyse Wirkung der der Zulassungsregelungen auf die Bewerbung, Auswahl und An-nahme von Studienplätzen basierend auf Daten des Studienberechtigtenpanels.
(4) Die Analyse Wirkung der der -Beratungs- und Prüfungsregelungen auf die Bewerbung, Auswahl und Annahme von Studienplätzen basierend auf Daten des Studienberechtigtenpanels.
(5) Die Konzeption und Mitwirkung bei der Dissemination eines Analysetools als Grundlage für Policy-Diskussionen in Hochschulpolitik und -verwaltung.
Verbundleitung und Teilprojektleitung RegelWerk@RWI
Prof. Dr. Kerstin Schneider (RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung)
Teilprojektleitung RegelWerk@LUH
Teilprojektleitung RegelWerk@DZHW
Prof Dr. Monika Jungbauer-Gans
Teilprojektleitung RegelWerk@HHU
Prof Dr. Stefan Conrad (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
Dauer: 2025-2029
Mittelgeber: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)